WM-Teilnehmer-Länder
Schweiz (SUI)

Das Land grenzt im Süden an Deutschland. Es ist doppelt so groß wie das Bundesland Sachsen-Anhalt und hat etwa 7,5 Millionen Einwohner. Neben Deutsch sind Französisch, Italienisch und Rätoromanisch Amtssprachen. Die Schweizer Bürger/innen wollten immer neutral und unabhängig sein, deshalb ist die Schweiz auch als einziges Land Westeuropas nicht in der Europäischen Union. Ihre Nationalfahne zeigt ein weißes Kreuz auf rotem Grund, genau umgekehrt wie bei der Hilfsorganisation Rotes Kreuz, die in der Stadt Genf gegründet wurde. In Genf sind auch verschiedene andere wichtige internationale Institutionen, wie die Weltgesundheitsorganisation WHO zuhause. Der längste Fluss Europas, der Rhein, entspringt in den Schweizer Bergen. Das Matterhorn ist der bekannteste Berg und die Schweizer Alpen sind nicht nur wegen des Wintersports berühmt, sondern auch wegen der Milchkühe, die im Sommer hoch hinauf auf die Almen getrieben werden und von deren Milch man den Schweizer Käse macht. Die Schweiz hat das dichteste Eisenbahnnetz der Welt, zurzeit ist ein neuer 57 Kilometer langer Eisenbahntunnel im Bau, der 2015 fertig sein soll. Skisport ist im Land wichtig, doch die beliebteste Sportart ist auch hier der Fußball. Zum ersten Mal nahm die Nationalmannschaft 1934 an einem WM-Turnier teil, kam aber bisher noch nie unter die Finalisten.

Quelle: Hanisauland.de (Bundeszentrale für politische Bildung)

 
Nationalmannschaft der Schweiz

Die "Nati" kommt - "Hopp, Schwyz!"

"Nati" - so nennen die Schweizer ihre Nationalmannschaft. Zum achten Mal verteidigen sie die Fußball-Ehre des Bergvolkes auf internationalem Rasen. Die letzte WM-Teilnahme in den USA 1994 liegt aber schon 12 Jahre zurück und dort schieden sie im Achtelfinale aus. Seitdem hat sich im Schweizer Nationalteam unter Trainer Jakob "Köbi" Kuhn aber einiges getan.


  

Nationaltrainer Jakob "Köbi" Kuhn trat sein Amt im Jahr 2001 an. In seiner aktiven Zeit beim FC Zürich gewann er sechs Meistertitel und galt als Regisseur im Schweizer Nationalteam. Über 60 mal spielte er für die "Nati". Schon damals wurde er nur Köbi genannt. Nach dem Ende seiner Profikarriere betreute er intensiv den Schweizer Fußballnachwuchs und kennt viele der heutigen Nationalspieler seit ihrer Jugend.

 

Junge Mannschaft

Der Nationalspieler verjüngte die "Nati" konsequent mit frischen Spielern und der Erfolg gibt ihm Recht: Teilnahme an der EM 2004 in Portugal und die Qualifikation für die WM-Endrunde in Deutschland bestätigen sein Vorgehen. Vielleicht schaffen sie es diesmal auch weiter als bis zum Achtelfinale. In den USA war dort Schluss.


  

Anker und Zugpferd von Kuhns Mannschaft ist zum einen der erfahrene Torwart Pascal Zuberbühler sowie der Kapitän Johan Vogel. Um sie herum hat Trainer Kuhn eine spielfreudige Mannschaft mit international erfahrenen Leuten aufgebaut. Raphael Wicky spielt im Mittelfeld des Hamburger SV, der 21-jährige Phillippe Senderos ist Verteidiger bei Arsenal London und Tranquillo Bernetta, 20 Jahre alt, hält die Mannschaft von Leverkusen auf Trab.

 

Alexander Frei, Hoffnung der Nati

Der große Star der "Nati" ist Alexander Frei. Nach Stationen beim FC Basel, in Genf und Luzern ist er seit 2003 in Frankreich bei Stades Rennes unter Vertrag. Nach Anlaufschwierigkeiten brachte er es dort mittlerweile mit insgesamt 39 Treffern in den beiden vergangenen Spielzeiten zum Torschützenkönig.


  

Es gibt aber auch unrühmliches über den Schweizer Star zu berichten. So hatte er im bei der EM 2004 nach einem Foul einen englischen Spieler angespuckt. Er leugnete dies zunächst, wurde jedoch durch TV-Aufnahemn überführt. Daraufhin wurde er für 15 Tage gesperrt.

In der Qualifikation zur WM 2006 überzeugte er jedoch wieder mit sportlichen Leistungen und schoss sieben Tore.

 

Skandal bei der Qualifikation

Die WM-Qualifikation der Schweiz war von Ausschreitungen überschattet. Im Stadion von Istanbul kam es am 16. November 2005 unmittelbar nach dem Abpfiff zu Ausschreitungen. Spieler der Schweiz wurden von Sicherheitskräften und Ersatzspielern körperlich bedrängt. Fans warfen Gegenstände aufs Spielfeld und Torwarttrainer Erich Burgener kassierte ein blaues Auge. Andererseits schützten auch türkische Spieler ihre Schweizer Kollegen vor weiteren Attacken.

Der Unmut der Türken wurde dadurch erregt, dass sie trotz des 4:2 gegen die Schweiz nicht für die WM qualifiziert waren. Denn im ersten Spiel Schweiz gegen die Türkei verloren die Türken 0:2 in Zürich. Zwar hatten beide Mannschaften insgesamt also jeweils vier Tore geschossen, aber die Schweizer zwei davon auswärts, die vier Tore der Türken fielen daheim in Istanbul, so dass nach der Auswärtstorregel die Schweizer weiterkamen, die Türken jedoch nicht. Als Strafe legte die FIFA Geldbußen gegen sechs Personen fest und bestimmte, dass die türkische Nationalmannschaft ihre sechs nächsten Spiele auf neutralem Boden ohne Fans absolvieren muss.

Als Dank für die Qualifikation benannte man im Züricher Stadtteil Wiedikon, nicht weit von seiner Wohnung entfernt, einen Platz nach Nationaltrainer Jakob Kuhn.

 

Text: Marco Jäger – wasistwas.de

Fotos: PUMA

 

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