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von Ghana
Der erste große Coup
Es ist der bisher größte Erfolg für die einstige Kolonie Englands, die 1957 unabhängig wurde. Ghana ist ein hoch verschuldetes Land, dessen wirtschaftliche Motoren überwiegend Gold und Kakao sind. Diese Qualifikation ist die erste in der Geschichte des ghanaischen Fußballverbandes. Bisher konnte man nur 4 Mal den Afrika-Pokal gewinnen und 2 Mal die Jugendweltmeisterschaft der unter 17-jährigen. Der ghanaische Verband bestritt sein erstes Spiel erfolgreich und gewann am 28. Mai 1950 1:0 gegen Nigeria.
Große Euphorie im Land dank Dujkovic
Nicht nur die 21 Millionen Einwohner haben die erste Qualifikation euphorisch gefeiert, sondern auch Regierungschef John Agyekum Kofour, der sich mit seiner Regierung einen wirtschaftlichen Aufschwung durch die Teilnahme an der WM erhofft. Einnahmen würden dem Land helfen, das Mitglied des Commonwealth ist. (Als britisches Commonwealth bezeichnet man Großbritannien und zum Teil seine ehemaligen Kolonien. Dazu gehört z.B. auch Kanada.) ist, weil die Preise für Gold und Kakao in letzter Zeit eingebrochen sind.

Ratomir Dujkovic
Erfolgstrainer Ratomir Dujkovic, der die Ghanaer zur WM führte und gebürtiger Serbe ist hat eine makellose Bilanz: 4 Siege und 1 Remis. Er kam nach 5 von 10 Quali-Spielen und führte die so lang ersehnte Wende herbei. Denn vor dem Trainerwechsel hatte man einen Punkt Rückstand auf den damaligen Tabellenführer Südafrika.

Nationalmannschaft von Ghana
Die Zwei Superstars und ein Talentpool
Großen Anteil an dem Erfolg und der damit erreichten Qualifikation hatten die 2 Mittelfeldsäulen Mickael Essien vom englischen Meister FC Chelsea und sein 25-jähriger Partner Stephan Appiah vom türkischen Meister Fenerbahce Istanbul. Sie erzielten 7 der 17 ghanaischen Tore während der Qualifikation.
Mickael Essien
Der 22-jährige Essien, der seine Karriere beim FC Bastia in Frankreich begann, machte schnell mit guten Leistungen sowohl im Mittelfeld wie auch in der Verteidigung auf sich aufmerksam.
Nicht nur seine Flexibilität, sondern auch seinen enormen Teamgeist nahm der französische Meister Olympique Lyon wahr und verpflichtete ihn. Dort hielt es ihn jedoch nicht lange. Eine ausgezeichnete Champions-League-Saison ermöglichte ihm den Wechsel zum FC Chelsea. Dieser blätterte 38(!)Millionen für den zentralen Mittelfeldspieler hin.
Stephan Appiah
Appiah, dessen Karriere in Italien bei Brescia Calcio begann, spielte zuerst im Sturm ehe man seine Stärken im Mittelfeld erkannte. Früh wurde der italienische Meister Juventus Turin auf ihn aufmerksam und nahm den Spieler unter Vertrag. Im ersten Jahr gehörte der "Turbo", wie man ihn nennt zum Stammpersonal, ehe er sich in der 2. Saison nicht mehr durchsetzen konnte. Deshalb verließ er den Verein in Richtung Bosporus. Fenerbahce zahlte 8 Millionen für ihn. Dort spielt er nun wieder den Dreh- und Angelpunkt.
Weitere Hoffnungsträger
Komplettiert wird das Mittelfeld durch Sulley Ali Muntari, der die Routiniers unterstützen soll. Er spielt beim italienischen Serie A Club Udinese Calcio. Neben diesen 2 etablierten Spielern nutzten auch die 2 jungen Hoffnungsträger Ali Muntari und Baffour Gyan die Chance, die sich ihnen bot. Letzterer traf 4 Mal und konnte so seinen Beitrag zur erfolgreichen Qualifikation Ghanas leisten.
Die Zeiten ändern sich
Dadurch, dass sich das Niveau der ghanaischen Nationalmannschaft in den letzen Jahren so steigerte, werden natürlich auch europäische Topteams auf diese Spieler aufmerksam. Nur noch ein Nationalspieler spielt in der ghanaischen Liga: Er heißt George Owu, ist 2. Torwart in der ghanaischen Mannschaft und spielt im Verein bei Ashanti Gold.
Schwere Aufgaben für den Neuling
Die riesengroße Euphorie wurde jedoch nach der Auslosung der Gruppen ein wenig gedämpft. Denn mit Italien gegen die man am 12.6. in Hannover spielt, Tschechien die am 17.6. in Köln warten und der jungen Mannschaft aus den USA, gegen die es am 26.6. hier in Nürnberg um alles geht, erwarten die Ghanaer sehr spielstarke Mannschaften. Der Gruppensieger spielt im Achtelfinale dann in Kaiserslautern und der zweite wird sein Glück in Dortmund versuchen. Wie die "Black Stars" bei der FIFA-WM in Deutschland abschneiden, könnt ihr vom 09.Juni-09.Juli 2006 mitverfolgen.
Text: Joel Okyere-Darko, Schülerpraktikant der 8. Klasse Hauptschule Hummelsteiner Weg, Nürnberg für wasistwas.de
Fotos: Trainer Dujkovic: www.ghanaweb.com,
Nationalmannschaft: ghanafa.org.
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