| Nationalmannschaft
von Brasilien
amtierender Weltmeister
Der amtierende Weltmeister Brasilien bietet eine Mannschaft der Superstars auf. Nicht nur deshalb gilt die Seleção als haushoher Titelfavorit. Das Land hat noch nie bei einer Endrunde gefehlt und ist mit fünf WM-Titeln Rekordweltmeister. Samba - Sonne - Strand - Sport - Klischees gibt es genug, wenn über den Top-Favoriten der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 gesprochen wird. Dass die Liebe der Brasilianer zum Fußball kein Klischee ist, haben sie oft genug bewiesen. Sie sind Erster der Weltrangliste, und haben ihre Fußball-Superstars über den ganzen Planeten verstreut - nicht nur in Europa, sondern vor allem auch in Asien. Fußball ist Teil des brasilianischen Lebensgefühls: 7 Millionen Brasilianer sind aktive Fußballspieler, das entspricht etwa vier Prozent der Bevölkerung. Bereits 1914 wurde der Fußballverband des Landes gegründet, 1923 trat er der FIFA bei.
Das Land
Brasilien bedeckt mit 8,5 Millionen Quadratkilometer fast die Hälfte von Südamerika. Das Land ist 24mal größer als Deutschland, hat aber nur etwas mehr als doppelt so viele Einwohner (ca. 180 Millionen - Deutschland 82 Millionen). In der mit 20 Millionen Einwohnern größten südamerikanischen Stadt Sao Paulo könnte man ein Viertel der deutschen Bevölkerung unterbringen.
Talentschmiede
Für die Straßenkinder ist der Fußball oft die einzige Möglichkeit, der Armut zu entkommen. In den Favelas (Armenvierteln) und an den Stränden wird das Ballspiel mit erstaunlicher Freude und Leichtigkeit ausgeübt.

Die zahlreichen Fußballschulen des Landes genießen international den besten Ruf. Das zeigt sich auch daran, dass 5000 Brasilianer, die dort ausgebildet wurden, im Ausland spielen. Selbst in Ländern wie Indonesien, Malaysia oder Vietnam verdienen sie mehr als in der heimischen Profiliga. Fußballer sind zu einem der wichtigsten Exportartikel des Landes geworden, von Menschenhandel will dabei keiner reden, obwohl die Grenzen fließend sind. Immerhin kassieren die brasilianischen Vereine rund 500 Millionen US-Dollar an Ablösesummen - und das jedes Jahr.
WM-Teilnahmen
Traditionell in Gelb-Blau-Grün dominieren die Brasilianer das Fußballgeschehen schon seit Ewigkeiten. Fünf WM-Titel konnte Brasilien gewinnen: 1958, 1962, 1970, 1994 und 2002. So oft ist keine andere Nation Weltmeister geworden. Als einziges Land hat die Seleção nie bei einer Endrunde gefehlt. Seleçao ist das portugiesische Wort für "Auswahl".In der Qualifikation für die WM-Teilnahme 2006 erzielten die Brasilianer in 18 Spielen 35 Treffer. Zum direkten Vergleich der brasilianischen und der deutschen Nationalmannschaft kam es seit 1963 bis zur WM 2006 insgesamt 20 mal. Dabei konnte die brasilianische Auswahl in 12 Spielen siegreich vom Platz gehen. 3 mal gewann Deutschland. 5 Begegnungen endeten unentschieden.
Der Trainer
Carlos Alberto Perreira ist es gelungen, die Freude am Spiel mehr in den Vordergrund zu rücken. Der 63jährige war selbst nie Fußballprofi, aber er ist zum fünften Mal bei einer WM als verantwortlicher Trainer dabei: 1982 debütierte er mit dem Nationalteam Kuwaits, 1990 trainierte er die Vereinigten Arabischen Emirate und 1994 führte er Brasilien nach 24 Jahren wieder zum WM-Titel. Trotzdem gab es hinterher sportliche Differenzen, und 1998 begleitete er das Team aus Saudi-Arabien zur WM. Inzwischen hat die Seleção eingesehen, dass Perreira mit seinem eher defensiven Fußball richtig liegt und hat ihn zurückgeholt.

Quintett der Superstars
Adriano, Kaká, Ronaldinho und Ronaldo haben bei der WM-Qualifikation 25 der erzielten 35 Tore geschossen, dazu kommt noch Robinho - jeder ist in seinem Verein ein millionenschwerer Superstar. Bei der WM werden sie wohl nicht alle gemeinsam auflaufen, denn der Trainer darf nicht nur an die Offensive denken, er muss auch nach hinten absichern - und die Stars sind Offensivspieler, die vor allem Tore schießen wollen.Der aktuelle Weltfußballer Ronaldinho (26) will es seinem großen Vorbild Pelé gleichtun und dreimal Weltmeister werden. Einmal hat er es schon geschafft, 2002, als Brasilien Deutschland schlug, von zwei weiteren Titeln träumt er. In der Champions League hat er insgesamt elf Tore erzielt, dabei ist er ein Meister der Distanz: Keinen Treffer schoß er aus weniger als neun Metern Entfernung. Dem Ziel näher ist Ronaldo (29): Er war bereits zweimal Weltmeister und dreimal Weltfußballer des Jahres. In drei verschiedenen Ligen Europas hat er über 200 Tore geschossen. Der Abdruck seiner Füße ist im berühmten Maracana-Stadion in Rio de Janeiro verewigt, zusammen mit Pelé, Romário und Zico. Bei seiner vierten WM will Ronaldo bester WM-Torschütze aller Zeiten werden. Mit zwölf Treffern liegt er gemeinsam mit Pelé auf Platz 3. Vor ihm liegen nur noch Just Fontaine (13 Treffer) und Gerd Müller (14).
Text: Roland Rosenbauer – wasistwas.de
Fotos: Confederação Brasileira De Futebol
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